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"Булевардът"
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проф. дървингов
17 Ное 2008 09:13
Мнения: 14,308
От: Bulgaria
Един материал от австрийското списание ПРОФИЛ относно корупцията сред лекарите - там, не тук - в България. За съжаление, само на немски език. Малко е дълъг, ще извинявате. Без коментар.
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Wie korrupt ist die Medizin? Wie Ä rzte von der Pharmaindustrie korrumpiert werden
In seinem diese Woche erscheinenden Buch „Korrupte Medizin“ beschreibt der Wiener Journalist Hans Weiss die perfiden Tricks, welche die Pharmaindustrie anwendet, um Ä rzte fü r ihre Zwecke einzuspannen. Doch gegen den Wü rgegriff der Pillenbranche regt sich langsam Widerstand – nicht zuletzt aufgrund verschä rfter Antikorruptionsbestimmungen.

So scharf hat das vermutlich noch keiner formuliert: „Die Verbindungen zwischen der Pharmaindustrie und den Ä rzten bedeuten eine ernsthafte Bedrohung fü r die seriö se Medizin und fü r das Vertrauen, das Patienten in Ä rzte haben. Sie hö hlen die Integritä t der wissenschaftlichen Medizin aus und schä digen Patienten“, heiß t es in einem im Jä nner 2006 im Journal der Amerikanischen Ä rztevereinigung „JAMA“ verö ffentlichten Bericht einer Arbeitsgruppe hochrangiger US-Mediziner. Darin fordern die Autoren, darunter ein ehemaliger Herausgeber des „New England Journal of Medicine“ und der Vorsitzende des Verbandes aller Medizinuniversitä ten der USA, ein striktes Verbot von Geschenken an Ä rzte. Zulä ssige Toleranz: null.

„Wenn wir ehrlich mit uns sind, wissen wir, dass es nichts umsonst gibt“, schrieb Professor Asmus Finzen, ä rztlicher Direktor der psychiatrischen Universitä tsklinik Basel im Vorjahr im Fachblatt „Psychiatrische Praxis“. „Zu glauben, dass das allgegenwä rtige Sponsoring zu einer unabhä ngigen Meinungsbildung von uns Ä rzten beiträ gt, ist Traumtä nzerei ... Das Ziel der Gewinnmaximierung konkurriert zwangslä ufig mit dem Ziel des medizinischen Fortschritts und, was wichtiger ist, mit dem Patientenwohl.“

Ist die Medizin bereits so korrupt, dass es solcher Sä tze bedarf? Haben wir das alle nur nicht bemerkt, weil wir an den herrschenden Zustand bereits so sehr gewö hnt sind, dass er uns gar nicht mehr auffä llt? Oder haben die Mediziner in der Realitä t einfach gar keine andere Wahl, als die Zuwendungen der Pharmaindustrie entgegenzunehmen, weil es sonst kaum medizinische Forschung gä be und wir zurü ckfielen „auf das Niveau von Albanien“, wie es der Internist und Onkologe Heinz Ludwig, Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung am Wiener Wilhelminenspital, formuliert?

Der Wiener Journalist Hans Weiss, bekannt als einer der Autoren der seinerzeitigen „Bitteren Pillen“, eines Klassikers der kritischen Medizin-Berichterstattung, legt am Montag dieser Woche im Rahmen einer Pressekonferenz ein neues Buch mit dem Titel „Korrupte Medizin – Ä rzte als Komplizen der Konzerne“ vor, in dem er minutiö s die oft perfiden Tricks beschreibt, welche die Pharmaindustrie anwendet, um Ä rzte fü r ihre Zwecke einzuspannen.

Weiss hatte ungewö hnliche Methoden gewä hlt, um an brisante Informationen zu kommen. Er absolvierte eine sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und grü ndete auf dem Papier eine Beratungsfirma fü r die Arzneimittelindustrie, um sich eine neue Identitä t zu verschaffen. Mal trat er als Arzt auf, mal als Pharma-Consultant oder als Export-Import-Hä ndler und verwendete auß er seinem Autoren- auch seinen Geburtsnamen Johann Alois Weiss, das Pseudonym Peter Merten sowie den erfundenen Firmennamen „Solutions – Pharma-Consulting“.

Visitenkarte, Firmenlogo und der Gebrauch angelernter Fachausdrü cke genü gten, um ein von Brancheninsidern respektierter Gesprä chspartner zu werden. Er nahm an brancheninternen Symposien teil, erhielt Zugang zu diskreten Marketingpapieren, konnte in geheime Studien Einblick nehmen – und testen, wie Klinikchefs auf unethische Studienangebote reagieren. Auf 270 Seiten beschreibt er, was er bei seinen Streifzü gen durch die Grauzonen des Metiers erlebte, welche brisanten Unterlagen ihm dabei in die Hä nde fielen und welche neuen Antworten er aufgrund dieser Erfahrungen auf viele Fragen anzubieten hat, welche die Patienten so brennend interessieren. So etwa die Frage, warum Medikamente teuer sind. Weil so viel in Erforschung und Entwicklung von neuen Wirkstoffen investiert wird, die allen Patienten zugute­kommen, wie es die Pharmaindustrie gerne verkü ndet? – Mitnichten.

Wenig Innovation. Bei internen Treffen wird offen kritisiert, dass es der Branche an Innovationskraft mangelt und dass vieles, was unter dem Label „Forschung und Entwicklung“ firmiert, in Wahrheit Marketingmaß nahmen sind, die nur den Zweck haben, den Gewinn der Konzerne weiter in die Hö he zu treiben. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein ganzes Heer von Marktforschern und Informanten, deren wichtigste Aufgabe es ist, die Verordnungspraxis der Ä rzte zu ü berwachen: Warum verschreiben sie soundso oft dieses eine Medikament und nicht ein anderes? Welchen Einfluss haben Besuche von Pharmavertretern auf die Medikamentenwahl und auf die Zahl der Verschreibungen?

Logisch, dass solche Daten nur mit aktiver Mithilfe der Ä rzte zu gewinnen sind. Gern hilft der Arzt dem Pharmavertreter mit ein paar Aufzeichnungen, wenn der seinerseits mit Einladungen zu Kongressen oder Tagungen an attraktiven Schauplä tzen samt ebenso attraktiven Zusatzprogrammen winkt. Auf hö herem Level, also etwa bei wissenschaftlich tä tigen Klinikern, betreiben die Marketingstrategen der Pharmakonzerne so genanntes „Thought Leader Management“. Darunter verstehen sie Bemü hungen, die Spitzen des Fachs von den Vorteilen ihres Produkts zu ü berzeugen und als Meinungsfü hrer bei Fachtagungen und Fortbildungsveranstaltungen zu gewinnen.

Wer wollte einem Unternehmen, das einen nicht unbeträ chtlichen Teil der wissenschaftlichen Studien an der Klinik finanziert, den Wunsch abschlagen, die Firma bei Neuentwicklungen zu beraten, einen Sitz in ihrem Advisory Board anzunehmen oder bei von der Firma gesponserten Tagungen oder Fortbildungsveranstaltungen Fachvorträ ge zu halten?
Die Tatsache, dass ein Wissenschafter derartige Aktivitä ten im Dienste eines Pharmaunternehmens entfaltet, muss nicht von vornherein bedeuten, dass er korrupt ist. Aber dass die Grenzen in so einem Fall nur allzu leicht verschwimmen, liegt auf der Hand. „Vom Standpunkt der Medizin und im Interesse der Patienten ist diese Art von Beziehungen zwischen der Pharmaindustrie und Ä rzten nicht akzeptabel“, heiß t es im Bericht der US-Mediziner im Journal „JAMA“. „Viele Mediziner behaupten, von Geschenken, Honorarzahlungen und anderen Zuwendungen nicht beeinflusst zu werden. Zahlreiche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sie dadurch sehr wohl beeinflusst werden.“

Fragt sich nur, ob das nicht bloß eine Minderheit von ä rztlichen Meinungsbildnern ist, die im Sold der Pharmafirmen steht? Keineswegs, sagt Weiss. Um herauszufinden, wie viele Mediziner sich klammheimlich fü r Marketingaktivitä ten der Pillenkonzerne einspannen lassen, kaufte der Journalist Studien der US-Firma Cutting Edge Information. Die Firma hatte ihn zum Erwerb der Studien eingeladen, nachdem er seinerseits Informationen an Cutting Edge geliefert hatte. Eine der Studien trä gt den Titel: „Richtwerte zur Vergü tung der Leistungen ä rztlicher Meinungsbildner“ („Thought Leader Compensation: Establishing Fair Market Value Procedures“).

Laut dieser Studie bezahlen groß e Konzerne weltweit bis zu 16.500 Ä rzte dafü r, dass sie auf die eine oder andere Art und Weise Firmenbotschaften verbreiten. Und aus einer weiteren Cutting-Edge-Studie mit dem Titel „Pharmaceutical Thought Leaders 2007“ („Pharmazeutische Meinungsbildner 2007: Welchen Marktwert haben sie und wie misst man ihre Profitabilitä t“) geht hervor, wie viele Ä rzte von internationalem Rang auf der Honorarliste groß er Konzerne stehen. „Im Durchschnitt sind es pro Firma 259!“, schreibt Weiss.

Selbst die Hö he der Firmenbudgets fü r Meinungsbildner verrä t Cutting Edge. Groß e Pharmakonzerne geben fü r „Opinion Leader Management“ im Durchschnitt 61 Millionen Dollar im Jahr aus, die grö ß ten bis zu 300 Millionen Dollar. Etwa ein Drittel dieser Summen fließ t auf die Konten ä rztlicher Stars. Cutting Edge sagt auch unverblü mt, was die Investition bringt: Meinungsbildner seien nü tzlich fü r das Marketing, damit beeinflusse man das Verschreibungsverhalten von Ä rzten in groß em Ausmaß .
Wichtig ist, dass man bei all den Beziehungen und Verflechtungen nach auß en den Schein der Unabhä ngigkeit wahrt, denn nur ein ä rztlicher Opinion Leader, der als unabhä ngig und objektiv wahrgenommen wird, ist fü r die Pharmaindustrie ein gewinnbringender Meinungsbildner. Carl Elliot, Bioethiker an der Universitä t Minnesota, beschrieb im Dezember 2003 im Internetmagazin „Slate“, welche Strategien die Branche anwendet, um Auß enstehenden ein X fü r ein U vorzumachen: Demnach wü rden manche Public-Relations-Firmen den Pharmaunternehmen raten, ihre Meinungsbildner auch zu einer Tä tigkeit fü r Konkurrenzfirmen zu ermuntern, „um mit diesem Trick die medizinische Ö ffentlichkeit in die Irre zu fü hren und den Anschein von Unabhä ngigkeit zu wahren“.
Was bekommen die Stars fü r ihre Marketingtä tigkeit, was die nachgeordneten Ä rzte?

Stundensä tze. Im Jahr 2007 erhielt Cutting Edge von den Konzernen zum ersten Mal alle notwendigen Informationen, um in zwei Studien auf insgesamt 430 Seiten die Stundensä tze und sonstigen Vergü tungen fü r verschiedene Kategorien von Meinungsbildnern darzustellen. Weil es sich dabei um fü r den US-Markt geltende Sä tze handelt, sind sie in US-Dollar angegeben. Laut Weiss kö nne man aber davon ausgehen, dass die Sä tze fü r Europa ä hnlich sind und daher dem Euro-Gegenwert entsprechen.

Auf Rang eins stehen Meinungsbildner von globaler oder nationaler Bedeutung mit einem Stundensatz von maximal 3000 und durchschnittlich 578 Dollar. Auf Rang zwei sind es Meinungsbildner von nationaler oder regionaler Bedeutung mit einem Stundensatz von maximal 2500 und durchschnittlich 385 Dollar. Das geht in Stufen weiter bis zum Rang fü nf – Meinungsbildner von lokaler Bedeutung mit einem Stundensatz von maximal 300 und durchschnittlich 184 Dollar. Cutting Edge listet die Stundensä tze noch weiter nach Fachgebieten auf. Die bestbezahlten ä rztlichen Meinungsbildner sind demnach die Magen-Darm-Spezialisten auf Rang eins mit einem Stundensatz von durchschnittlich 900 Dollar, gefolgt von ­Orthopä den (800) und Neurologen bzw. Psychiatern (687 Dollar). Im Durchschnitt aller Kategorien von eins bis fü nf bringt das Verfassen eines Manuskripts 3726 ­Dollar, die Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Publikation (Abstract) 3725 Dollar, der Vorsitz eines Advisory Board 3664, die Teilnahme an einem Advisory Board 2940 Dollar, ein wissenschaftlicher Vortrag 3145 Dollar und ein Vortrag bei einer Marketingveranstaltung 2111 Dollar.

Buchautor Weiss hatte von einem Brancheninsider detaillierte Unterlagen des US-Pharmakonzerns Eli Lilly erhalten. Darin werden die Vermarktungsmethoden fü r Zyprexa beschrieben, ein Medikament, das von Psychiatern zur Behandlung von Schizophrenie und manisch-depressiven Erkrankungen eingesetzt wird. „Zyprexa ist ein Lehrbeispiel dafü r, mit welchen Tricks, … und Manipulationen es ein Pharmakonzern schafft, ein Medikament mit beträ chtlichen Nebenwirkungen auf der ganzen Welt erfolgreich zu vermarkten und damit viele Milliarden zu verdienen“, schreibt Weiss.

In seinem Buch werden mehr als zwei Dutzend Namen von Medizinern samt genauen Daten angefü hrt, wo und wann die Betreffenden das Medikament Zyprexa auf Veranstaltungen von Eli Lilly gepriesen haben, darunter auch eine Ä rztin der Wiener Medizinuniversitä t. Aufschlussreich sind die von Weiss prä sentierten internen Unterlagen hinsichtlich der Strategien, Ä rzte in ihrem Verschreibungsverhalten zu beeinflussen. Die grö ß te Wirkung erziele man, heiß t es dort, wenn man Mediziner dafü r bezahle, andere Ä rzte zu beeinflussen.

Wichtige Ä rzte wurden unter dem Titel „Fortbildung“ regelmä ß ig ü bers Wochenende in Gruppen von 200 Personen in luxuriö se Hotels eingeladen und mit allerlei attraktiven Nebengerä uschen verwö hnt. So bat Eli Lilly beispielsweise Mediziner aus Ö sterreich und Deutschland im Februar 2002 fü r vier Tage ins Strandhotel Estoril Sol nahe Lissabon. Fü r Ä rzte mit geringerem Verschreibungspotenzial genü gten kleinere Veranstaltungen. „Darü ber hinaus verpflichtete Eli Lilly einflussreiche Ä rzte gegen hohe Honorare zur Teilnahme an , Advisory Boards‘“, schreibt Weiss in seinem Buch.

Bei derartigen Marketingmaß nahmen ist der Produktpreis ein spannender Punkt. Zyprexa war von Anfang an eine Hochpreispille, etwa zehnmal so teuer wie herkö mmliche Schizophrenie-Mittel. Fü r die Jahresdosis eines Patienten, so errechnete Weiss, mü sse die Kasse 4850 Euro berappen, der Wirkstoffpreis betrage aber nur 8, 50 Euro. „So erklä rt sich das Geheimnis, warum ein Konzern wie Eli Lilly jä hrliche Gewinnraten von ü ber 20 Prozent schreibt und warum die Krankenkassenbeiträ ge Jahr fü r Jahr steigen“, heiß t in dem Buch.

Was also tun?
Rigorose Maß nahmen. Die Arbeitsgruppe amerikanischer Ä rzte weist in ihrem Bericht im Journal „JAMA“ darauf hin, dass sich alle freiwilligen Selbstkontrollen – ob seitens der Ä rzte oder seitens der Pharmaindustrie – als unzulä nglich erwiesen haben, um die Interessen der Patienten zu schü tzen. Daher fordern die Experten ein Bü ndel rigoroser Maß nahmen: Zur Unterbindung derzeitiger Praktiken sollten medizinische Universitä ten strenge Regeln und sogar Verbote erlassen. Alle Geschenke an Ä rzte sollten – mit einem Limit von null Dollar – verboten werden, weil sie in den meisten Fä llen negative Auswirkungen auf die medizinische Versorgung haben. Die direkte Abgabe von Medikamentenmustern an Ä rzte sollte verboten werden, weil das zur Verwendung von teuren Medikamenten verfü hrt, die nicht wirksamer sind als andere. Ä rzte mit finanziellen Verbindungen zur Pharmaindustrie sollten von allen Gremien verbannt werden, in denen Empfehlungen fü r Medikamente ausgesprochen werden.

Zahlungen und Unterstü tzungen der Pharmaindustrie fü r spezifische ä rztliche Fortbildungsinstitutionen oder -kurse sollten verboten werden. Mit der Durchsetzung dieser Maß nahmen „wü rde die Medizin zeigen, dass bei ihr die Interessen der ­Patienten an erster Stelle stehen“, schrieben die US-Autoren – ein Appell, der nicht ohne Wirkung blieb. Denn inzwischen verabschiedete der Verband medizinischer Universitä ten in den USA auf diesen Vorschlä gen basierende Richtlinien und forderte alle 125 Verbandsmitglieder auf, diese so rasch wie mö glich in die Praxis umzusetzen. Dies sei notwendig, damit medizinische Entscheidungen unbeeinflusst bleiben und um zu verhindern, dass bei Medizinern, Medizinstudenten und in der Ö ffentlichkeit der Eindruck entstehe, dass Ä rzte von der Pharmaindustrie „bestochen“ oder „gekauft“ werden. Unterdessen wurde im Internet eine frei zugä ngliche Datenbank eingerichtet, aus der ersichtlich ist, welche US-Universitä ten diese Forderung bereits umgesetzt haben. Anfang September 2008 waren es bereits 25. Allerdings werden in den USA medizinische Studien nicht allein von den Pharmaunternehmen finanziert, sondern auch von Regierungsstellen wie den National Institutes of Health (NIH), der grö ß ten Medizinforschungseinrichtung der Welt, sowie von anderen ö ffentlichen und privaten Geldgebern oder Stiftungen.

Weiss fü hrt die beklagenswerten Zustä nde in der Medizin allerdings auch auf das Versagen der Politik zurü ck. So lasse man die Pharmabranche – ä hnlich wie bis vor Kurzem die Finanzbranche – schalten und walten, wie es ihr beliebt. Warum, so fragt sich Weiss, „wird beispielsweise die europä ische Zulassungsbehö rde fü r Arzneimittel (EMEA) zu zwei Dritteln von der Pharmaindustrie finanziert? Und warum hat die EU bis jetzt kein Interesse daran, einige der vielen Milliarden, die sie in den agrarindustriellen Bereich steckt, fü r pharmaunabhä ngige Studien auszugeben?“

Doch langsam scheint sich auch in Europa ä rztlicher Widerstand gegen den Wü rgegriff der Pharmabranche zu etablieren. Einige Organisationen wie die bayrische und die Berliner Ä rztekammer, das Deutsche Cochranezentrum und die Arzneimittelkommission der Deutschen Ä rzteschaft trachten, der Medizin wieder jene Unabhä ngigkeit zu verschaffen, die sie als hehres Prinzip auf ihre Fahnen geschrieben hat. Und immer mehr werbefreie Fachpublikationen versuchen, den Patienten industrieunabhä ngige Informationen zu bieten, so etwa das „arznei-telegramm“, der „Arzneimittelbrief“, die „Pharmainformation“ und vor allem die im Jahr 2006 gegrü ndete Initiative MEZIS („Mein Essen zahl ich selbst – Initiative unbestechlicher Ä rztinnen und Ä rzte“, http://www.mezis.de).

In Ö sterreich gilt seit 1. Jä nner ein neues Korruptionsstrafrecht, das die Strafbarkeit der Geschenkannahme und Bestechung erheblich ausweitet und verschä rft. Ende Oktober richtete der Rektor der Wiener Medizinuniversitä t, Wolfgang Schü tz, ein Rundschreiben an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universitä tskliniken und Organisationseinheiten, in dem er von der Rechtsabteilung der Universitä t erarbeitete Richtlinien gemä ß der neuen Gesetzeslage festlegt, „deren Beachtung zur Vermeidung von Korruptionsvorwü rfen dringend empfohlen wird“.

Ausdrü cklich nennt das Schreiben die Problemzonen Reisekostenü bernahmen, Zuwendungen fü r Festveranstaltungen, Wissenschaftssponsoring, Teilnahme an Kongressen, Tagungen, Meetings etc., wo ein den Bestimmungen widersprechendes Verhalten das Korruptionsdelikt „Geschenkannahme durch Amtsträ ger“ erfü llen wü rde, weil die Beschä ftigten der Universitä t unter die Strafbestimmungen fü r den ö ffentlichen Sektor fallen.

Ausnahmen. Laut den neuen Richtlinien sind kü nftig direkt an einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin gerichtete Einladungen abzulehnen und die einladende Firma darauf hinzuweisen, dass sie diese an die Klinik oder eine Organisationseinheit zu richten hä tte, wo sie dann intern vergeben werden. „Wird die Einladung seitens der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters zunä chst angenommen und dann erst pflichtgemä ß an die Universitä tsklinik bzw. Organisationseinheit weitergeleitet, ist der Tatbestand der unerlaubten Geschenkannahme bereits erfü llt und besteht das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung.“

Einladungen auf Kongresse und Tagungen dü rfen nur dann von einem Mitarbeiter angenommen werden, wenn er dafü r eine Gegenleistung, etwa in Form von Vortragstä tigkeit oder Vorsitzfü hrung, erbringt. Dann darf die einladende Firma auch die Reise- und Hotelkosten ü bernehmen. Ausdrü cklich ausgenommen aus den neuen Bestimmungen ist die Annahme so genannter Drittmittel, das sind vielfach von der Pharmaindustrie bereitgestellte Mittel fü r konkrete Forschungprojekte oder medizinische Studien. Denn ohne diese Finanzflü sse kö nnten die Kliniken ihren Forschungsbetrieb nicht weiter aufrechterhalten.

Aber eines ist schon jetzt gewiss: Durch die neuen Bestimmungen und Richtlinien wird vielen der bisher ü blichen Praktiken der Boden entzogen. Es sei denn, die Strategen der Pharmaindustrie entwickeln vö llig neuartige Wege der Beeinflussung, um ihren Interessen doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Von Robert Buchacher
15.11.2008 10:27
Doctora
08 Дек 2008 17:29
Мнения: 19,503
От: Bulgaria
Честит празник ( 8 декември) на всички настоящи и бивши студенти!
hamer
31 Дек 2008 17:29
Мнения: 10,867
От: Bulgaria
Весело посрещане на Новата година на всички! Бъдете здрави, бъдете късметлии, бъдете добри
Геновева
31 Дек 2008 17:42
Мнения: 24,361
От: Bulgaria
Също и от мен - две топки имате за елхата.
Едната златна, другата червена.
OLDMAD
31 Дек 2008 17:44
Мнения: 45,665
От: Bulgaria
Здраве и късмет на всички!
проф. дървингов
13 Фев 2009 19:05
Мнения: 14,308
От: Bulgaria
Имам един въпрос :
Предистория - напоследък все ми пожелават "хубав ден", "хубава вечер", а една кукла в магазина ми пожела и "хубави сънища".
Въпросът е какво ще кажат филолозите и естетите по повод това пожелание? На мен нещо не ми се вързва.
kunert
13 Фев 2009 21:39
Мнения: 1,876
От: Bulgaria
Радвай се професоре , радвай се , а не питай филолозите! Значи се харчиш още , затуй ти казват "хубав" туй, "хубав" онуй. Зер , ако се не харчиш ще ти викат: Fuck you! и филологията тук ще е безпомощна...
Simplified Solutions
13 Фев 2009 21:50
Мнения: 35,462
От: Bulgaria
Въпросът е какво ще кажат филолозите


Тцъ. Въпросът е какъв е този магазин.
Артиста
13 Фев 2009 22:48
Мнения: 5,204
От: Canada
Без да съм Еркюл Поаро...навярно секс шоп:


Геновева
14 Фев 2009 00:46
Мнения: 24,361
От: Bulgaria
Щом една хубава жена ти пожелае хубави сънища, значи няма намерение да сподели леглото ти. Щото в противен случай - срамота!
Така казва формалната логика.
проф. дървингов
16 Фев 2009 10:13
Мнения: 14,308
От: Bulgaria
Е, хубава ви седмица тогава !
проф. дървингов
19 Фев 2009 22:10
Мнения: 14,308
От: Bulgaria
Ужас - контрареволюция- Каналът показва съветски филма - "Бялото слънце..." (или не е съветски?)
Някой ще обади ли какво става, къде сме ?
Уважаема Клавдия Матвеевна ....
nikola_tsanev
19 Фев 2009 22:23
Мнения: 12,247
От: Bulgaria
Някой ще обади ли какво става, къде сме ?


Servus професоре

е как къде сме, разбира се: Девять граммов в сердце постой - не зови... Не везет мне в смерти, повезет в любви ...

Къде другаде освен в любовта

Hunde Huette, Hunde Huette, hoi hoi hoi

Редактирано от - nikola_tsanev на 19/2/2009 г/ 22:35:53

проф. дървингов
19 Фев 2009 23:25
Мнения: 14,308
От: Bulgaria
Servus, Hr. Zanev - щом ме зовете така, сигурно съм Ви бил представян някъде, по някакъв повод - не се сещам, ама нейсе - Алцхаймер.
Очевидно положението е хуже ... ама защо трябваше първо "Черните ангели", сега "Бялото слънце..." каква ли ще следва в тази градация?
Представяте ли си БойБор или ВолСид да загубят/не спечелят 60% на изборите?
nikola_tsanev
19 Фев 2009 23:58
Мнения: 12,247
От: Bulgaria
Servus професоре, познаваме се от настоящий форум, въпреки че съм като дякона в момента - вънкашност и.т.н. дори и мейли си разменихме, сигурно се сещате
Черните ангели със сегашния министер за мен не е кой знае какво, но Бялото слънце ми е един от любимите филми, няма значение, че е от СССР.

Ако БойБор или ВолСид не спечелят 60% на изборите, тогава каналът обезателно ще покаже Червеното слънце - с Бронсън, Делон и Тоширу Мифуне. Няма начин
Геновева
20 Фев 2009 12:10
Мнения: 24,361
От: Bulgaria
Момци, вие сериозно ли си представяте Кривата шия с фанелата - премиер?
И аз често си го представям, сигурно е реално това, но не мога да изчисля с какво ще ми се промени живота, освен с някои промени в интонационната среда - замяната на основата на българския книжовен - от Търновско, с Банкянския изговор...
OLDMAD
20 Фев 2009 12:12
Мнения: 45,665
От: Bulgaria
Той само се преструва Геновева, не е чак толкоз тъп.
Геновева
20 Фев 2009 13:29
Мнения: 24,361
От: Bulgaria
Тъп - в никакъв случай, но прост - очевидно. Достатъчно дълго време съм слушала Тодор, та не ми се иска пак да слушам такива, нищо че Брежнев е сменен с Мартенс, голяма разлика няма.
OLDMAD
21 Фев 2009 17:15
Мнения: 45,665
От: Bulgaria
Е, не му е толкоз крива шията, недей така..
И винаги се показва пред младите репортерки по фланелка и мускул - Натиснете тук!
...
(гледам че Весел от скука марширува нагоре-надолу, та затова таквоз...)
Коста Чутурков
07 Май 2009 11:27
Мнения: 314
От: Cuba
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